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Von Bergleuten und Schieferdeckern

Das Thüringer Schiefergebirge entstand vor etwa 330 Mio. Jahren durch tektonische Aufpressung der in einem Meer eingelagerten Tonschlammablagerungen. Durch den ungeheueren Druck und Durchwärmung während dieses Prozesses entstanden hochfeste Tonschiefer, die sich durch besondere Einlagerungen (Glimmer) sehr gut spalten lassen. Mit der einsetzenden Besiedlung im 10./11.Jhd. und Entstehung der Ansiedlung „Lestini“ bekam das an die Erdoberfläche ausbeißende Schiefergestein eine besondere Bedeutung.

Der gezielte Abbau auf Dachschiefer um Lehesten kann seit dem 13. Jhd. angenommen werden. Die Gewinnung gestaltete sich mühevoll mit Schlägel und Eisenarbeit von Hand und der Rohschiefer wurde vor Ort zugehauen und auf die Dächer gebracht. Die kleinen Tagebaue gaben über die Jahrhunderte vielen Familien Arbeit und Brot, wobei zusätzlich kleine eigene Landwirtschaften das Überleben der Menschen sicherten. Da das Schiefermaterial durch seine lange Haltbarkeit und dem guten Feuerschutz immer begehrter wurde, entwickelten sich zunehmend größere Schieferbrüche und die Gewinnung, wie auch die Verarbeitung bekamen industriellen Charakter.

Es entstanden 1648 die Innung der Schieferdecker und 1698 die Privilegierung der Schieferfuhrleute. Zielorte waren z.B. Erfurt, Heldburg, Würzburg, Frankfurt a.M. und Hamburg. Um diese Zeit begann auch die Herstellung von Schulschiefertafeln in größerem Umfang, die zumeist in den Wintermonaten in Heimarbeit gefertigt wurden. Die Blütezeit des Schieferbergbaues war zwischen 1870 und 1900 und in den damals größten Tagebauen „Karl Oertel“ Schmiedebach und „Herzoglichen Schieferbruch“ Lehesten/Staatsbruch wurden an die 2000 Menschen beschäftigt!

Um die Fertigwaren schneller ausliefern zu können, erhielt die Stadt Lehesten 1885 einen Bahnanschluss nach Ludwigsstadt. Dabei bekamen die Brüche separate Schienenanbindungen zum Bahnhof Lehesten. Die Hochzeit des Schieferbergbaues endete mit der Wende zum 20. Jhd. und in der darauf folgenden Zeit mit der Weltwirtschaftskrise und den 2 Weltkrieg ging die Produktion teilweise stark zurück. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Thüringischen Produktionsstätten in einem VEB Thüringer Schiefergruben mit Sitz in Unterloquitz zusammengeführt. Ab 1991 erfolgen mehrere Privatisierungen und letztlich 2009 die endgültige Einstellung der Dach- und Wandschieferproduktion. Damit ging eine jahrhunderte währende Tradition zu Ende, da die Restlagerstätten in einem unvertretbaren wirtschaftlichen Verhältnis zum Nutzen und Aufwand standen. Verantwortungsbewusste Menschen haben aber schon frühzeitig begonnen, den reichen Schatz an vorhandener Historie zu bewahren und aufzuarbeiten. An authentischen Stätten entstand das 1993 eröffnete technische Denkmal „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ und im 2000 konzipierten „Schieferpark“ wurden storische Gebäude zu modernen Ferienwohnungen und Hotels mit Restaurant ausgebaut.

Eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts verwaltet und betreibt das technische Denkmal und weitere ehemalige Funktionsgebäude des ehemaligen Schieferbetriebes. Perspektivisches Ziel ist es, eine möglichst lückenlose Dokumentation des Thür. Schieferbergbaues und somit weitere interessante Attraktionen im Schieferpark Lehesten zu schaffen!

Besuchen Sie unser technisches Denkmal „Historischer Schieferbergbau“, tauchen Sie in längst vergangene Zeiten ein und lassen Sie sich fachkompetent informieren.

Glück Auf!